Job profile
Ergotherapeuten
Aktualisiert am 8. August 2021
- Ausbildung: Studium / Schule
- Work-Life-Balance: Normal (40-45 Stunden)
- Einstiegsgehalt: 1700 €
- Spitzengehalt: 3000 €
Das Berufsprofil: Ergotherapeut
Ergotherapeuten verhelfen Menschen mit körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen zu einem neuen Körperbewusstsein und einem möglichst aktiven, selbstbestimmten Leben. Nicht immer ist es für Betroffene leicht, nach langer Krankheit oder einem Unfall wieder auf die Beine zu kommen. Andere müssen lernen, mit einer Behinderung zu leben.
Ergotherapeuten begleiten Menschen auf diesem Weg mit ergotherapeutischen Behandlungsverfahren, die sie für ihre Patienten gezielt zusammenstellen. Was heißt das konkret? Ergotherapeuten verbessern mit ihren Übungen: Störungen der Feinmotorik oder Bewegungsstörungen, die den ganzen Körper betreffen.
Nicht immer liegt der Auslöser für ein Handicap im körperlichen Bereich. Daher verlangt der Beruf auch psychologisches Feingefühl und eine hohe Empathie ab. Therapeutische Hilfsmittel, um Einschränkungen zu behandeln sind:
- Künstlerische Therapie
- Musikalische Therapie
- Sportliche Übungen
Die Work Life Balance von Ergotherapeuten ist mehr oder weniger ausgewogen. Der Beruf ist in der Regel mit festen Arbeitszeiten verbunden. Allerdings ist es nicht immer leicht, mit dem Schicksal seiner Patienten umzugehen. Hier muss man lernen, Distanz zu wahren und nicht alles an sich heranzulassen. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt stehen derweil gut.
Wie wird man Ergotherapeut?
Grundsätzlich gibt es zwei Wege, die in den Beruf führen:
- Eine schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule
- Ein Bachelor Studium
Wer den Weg einer dreijährigen schulischen Ausbildung wählt, büffelt im Klassenverband die nötigen Inhalte, die zu dem Beruf befähigen an einer Berufsfachschule für Ergotherapie. Voraussetzung ist ein Realschul-noder Hauptschulabschluss mit erfolgreich abgeschlossener Ausbildung.
Lerninhalte sind:
- Medizinisch-biologische Grundlagen
- Anatomie des Körpers
- Krankheitsbilder
- Arzneimittel und ihre Einsatzgebiete und Wirkungen
- Psychologie
- Gerontologie
- Pädiatrie
- Behindertenpädagogik
- Behandlungsverfahren und deren Anwendung
Hinzu kommen praktische Ausbildungsinhalte in Form von Praktika, beispielsweise an Reha-Kliniken, Rehabilitations- und Behindertenwerkstätten, ergotherapeutischen Praxen, Altenheimen oder Förderschulen.
Hier bekommen Jobanwärter beigebracht, die motorisch-funktionellen, psychosozialen und arbeitstherapeutischen Behandlungsverfahren, die sie in der Schule kennengelernt haben, in die Praxis umzusetzen.
Wer sich für die akademische Variante der Ergotherapieausbildung entscheidet, kann an einer Hochschule im entsprechenden Fach einen Bachelor-Abschluss machen. Der Studiengang beinhaltet neben dem akademischen Abschluss auch die staatliche Anerkennung und Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Ergotherapeut.
Studieninhalte sind:
- Medizin
- Sozialwissenschaften
- Neurologie
- Pädiatrie
- Psychologie
- Anatomie
- Physiotherapie
- Musiktherapie
- Geriatrie
- Neurorehabilitation
- Praktische Fähigkeiten zur Planung ergotherapeutischer Behandlungen
- Erlernen und Durchführen unterschiedlicher ergotherapeutischer Techniken in so genannten Skills Labs
- Praktische Ausbildung am Patienten
- Supervision von erfahrenen Therapeuten
Im Studium lernen die angehenden Ergotherapeuten außerdem wissenschaftliches Arbeiten kennen, lernen Forschungsprozesse nachzuvollziehen und planen kleinere wissenschaftliche Projekte.
Voraussetzung für das Studium, das mit einer Bachelor-Thesis abschließt, ist die Hochschulreife.
Arbeitgeber: Wer sucht Ergotherapeuten
Ergotherapeuten finden in den folgenden Bereichen eine Anstellung:
- Rehabilitationskliniken und -einrichtungen
- Krankenhäuser
- Tageskliniken und Tagesstätten
- Alten- und Pflegeheime
- Praxen für Ergotherapie
- (Förder-)Kindergärten und Schulen
- Werkstätten für Menschen mit Behinderung
- Hospize und Einrichtungen für Palliativmedizin
- Einrichtungen zur Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung in der Ergotherapie
Stellenangebote für Ergotherapeuten
Gehalt: Was verdient man als Ergotherapeut?
Achtung: Bei beiden Ausbildungsformen an Universität und Schule fließt kein Geld aufs Konto, weil es sich hier nicht um eine Lehre im klassischen Sinne handelt. Nach der Ausbildung oder Uni steigen Ergotherapeuten mit einem durchschnittlichen Einkommen von rund 1.700 Euro brutto im Monat ein, wobei das Einkommen von Bachelor-Absolventen in der Tendenz nochmal ein wenig höher ausfällt.
Wie in anderen Berufen auch, ist das monatliche Gehalt von Region, Qualifikation und Größe des Arbeitgebers abhängig. Mit zunehmender Berufserfahrung und Weiterbildungen verdienen Ergotherapeuten nach ein paar Jahren zwischen 2.500 und 2.800 Euro im Monat. Mit einer beruflichen Aufstiegsweiterbildung zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen ist ein Gehalt bis zu 3.000 Euro im Monat drin.
Einstiegschancen: Die Aussichten für Ergotherapeuten
Der Arbeitsmarkt meint es gut mit Ergotherapeuten. In Deutschland werden immer mehr Therapeutenstellen geschaffen. Der Hintergrund: Durch den Siegeszug des mobilen Internets geht der Alltag auch bei jungen Menschen mit weniger Bewegung und mehr Stress einher. Dadurch hat sich die Notwendigkeit für Ergotherapieanwendungen erhöht. Hinzu kommt die zunehmende Überalterung der Gesellschaft, die den Beruf immer wichtiger werden lässt.
Bewerbung: Womit punkten Ergotherapeuten
Wichtig ist, dass Ergotherapeuten in ihren Bewerbungsunterlagen einschlägige fachliche und soziale Kompetenzen nachweisen zu können.
Zu ihnen zählen:
- Abgeschlossene schulische Ausbildung oder abgeschlossenes Studium
- Freundlichkeit
- Offenheit
- Geduld
- Beratungsgeschick
- Überzeugungskraft
- Motivationstalent
- Verantwortungsbewusstsein
- Kreativität
- Spaß an Musik und Bewegung
Karriere: Die Entwicklungschancen als Ergotherapeut
Ergotherapeuten haben vielfältige Möglichkeiten im Job voranzukommen. Zum Beispiel, indem sie sich auf ein bestimmtes Arbeitsfeld spezialisieren:
- Musik, Rhythmus und Bewegung
- Gesundheitstraining
- Menschen mit Seh-, Hör- und Sprachbehinderung
- Case Management
- Mitarbeiterführung
Auch eine spezielle Management-Weiterbildung ist möglich, um zum Beispiel zur Leitung der ergotherapeutischen Abteilung einer Klinik aufzusteigen.
Eine Alternative ist die Ausbildung zum Geprüften Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen. Auch dieser Abschluss ermöglicht die Übernahme von Führungs- und Leitungsaufgaben.
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